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Ab wann ist "Computerunterstützung beim Lösen" = "schummeln" ?
#21
Also, um das klarzustellen: Ich mache bei den MR gar nicht mit. Wenn ich's täte, dann ohne Computerunterstützung, weil meine Programmierkenntnisse sich auf das längst verschüttete Minimum an Pascal beschränkt, das ich im Studium mal machen musste. Aber ich schau mir die Rätsel meistens an und lese, wenn ich Zeit habe, mit Interesse die Ansätze, die hier dazu diskutiert werden.
Wenn ich mir nun anschaue, welche Ansätze da so diskutiert wurden, dann hatte ich relativ häufig - meist implizit - den Eindruck, dass da so mancher programmiert hat. Und ich habe nie gelesen, dass jemand dafür kritisiert wurde. Auch ist mir nicht bekannt, dass das Programmieren verboten wäre. Also, wenn ich teilnehmen würde und programmieren könnte, dann hätte ich vor diesem Hintergrund schlicht und einfach angenommen, dass das völlig okay ist. Und nachdem, was ich hier lese, ist es ja einigen genauso gegangen. Deshalb: Wenn es verboten sein soll, dann muss man es auch explizit verbieten. Und da ja gerade bei den MR viele ausländische Teilnehmer mitmachen, möglichst gleich auf Deutsch und Englisch.
Den Ansatz, bei den Teilnehmer abzufragen, ob sie mit oder ohne Computerunterstützung teilnehmen wollen, und dann zwei Highscorelisten zu machen, finde ich gut. Unter anderem auch deshalb, weil sich dann vermutlich ziemlich schnell herauskristallisieren würde, bei welchen Aufgabenstellungen der Computer vor der handerstellten Lösung große Vorteile hat und bei welchen nicht.

Noch ein Gedanke am Rande: Die Optimierer sind ja die Arten von Rätseln aus dem Komplex "logische Rätsel", die am nächsten an praxisrelevanten Aufgabenstellungen sind. Wie vielleicht einige von euch wissen, habe ich Wirtschaft studiert, und zwar mit einem mathematisch-logischen Schwerpunkt (also Operations Research, Statistik und so). Und da gibt es schon bei relativ banal anmutenden Problemen halt "echte" Optimieraufgaben, bei denen auch mit der Computerpower eines großen Unternehmens eben nicht die Optimallösung in akzeptabler Zeit zu finden ist. Ein klassisches Beispiel ist die Beladungs- und Routenplanung für einen LKW-Fuhrpark. Bei solchen Aufgaben geht es dann darum, einen Weg zu einer möglichst guten Lösung in vertretbarer Zeit zu finden - ähnlich wie bei den Optimierern in den MR.
Da ich Optimierer immer vor dem Hintergrund sehe, kommt eben auch meine Einstellung zustande: Wenn ein Computer brute force oder durch einen eindeutigen Lösungsweg die Optimallösung in vertretbarer Zeit finden kann, ist es kein gutes Optimierrätsel, sondern einfach eine Rechenaufgabe. Andersherum: Bei einem guten Optimierer gilt es, eine möglichst gute Lösungsstrategie zu finden. Ob man die dann von Hand rechnet, Excel rechnen lässt oder ein Computerprogramm, ist dabei eigentlich nur noch zweitrangig bzw. eine Frage, wie bequem man sich es macht oder wie viel Zeit man hat. Bei den zwei Highscorelisten würde sich so ein guter Optimierer dann daran zeigen, dass mit und ohne Computerunterstützung ähnliche Resultate zustande kämen.
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RE: Ab wann ist "Computerunterstützung beim Lösen" = "schummeln" ? - von IQIQIQ - 12.01.2010, 13:27

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